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Ladekarten-Roaming erklärt: Hubject, ADAC e-Charge, Chargemap Pass

Eine App wie Elunio zeigt dir, wo eine Ladestation steht und was sie kostet - bezahlen musst du dort trotzdem über eine Ladekarte, eine App des Betreibers oder eine Roaming-Karte. Roaming bedeutet: eine einzige Karte oder App funktioniert bei sehr vielen verschiedenen Betreibern gleichzeitig, ähnlich wie Handy-Roaming im Ausland.

Hubject betreibt mit "Intercharge" eines der größten Roaming-Netzwerke Europas im Hintergrund - Karten wie ADAC e-Charge, EnBW mobility+ oder Maingau nutzen dieses Netzwerk, ohne dass man es als Nutzer direkt merkt. Für die ADAC-Karte muss man nicht einmal Mitglied sein. Der Chargemap Pass funktioniert ähnlich, ist aber ein eigenes Netzwerk mit Fokus auf Frankreich und Kontinentaleuropa.

Wichtig zu wissen: Roaming ist meist teurer als der Direktpreis des Betreibers vor Ort, weil eine zusätzliche Vermittlungsgebühr anfällt. Für Vielfahrer, die oft bei unbekannten Betreibern laden, lohnt sich trotzdem eine Roaming-Karte als Backup, damit man nie ohne Zahlungsmöglichkeit dasteht - ergänzend zur direkten Betreiber-App, die vor Ort meist günstiger ist.

Wie Roaming technisch im Hintergrund funktioniert

Wenn eine Ladekarte oder eine Roaming-App an einer fremden Station genutzt wird, läuft im Hintergrund ein mehrstufiger Prozess ab, von dem der Fahrer normalerweise nichts mitbekommt. Die Karte trägt einen RFID-Chip mit einer eindeutigen Kennung, die beim Anstecken an die Station an das Backend der Ladesäule übermittelt wird. Von dort geht die Anfrage an ein Roaming-Netzwerk wie Hubject mit seiner Intercharge-Plattform, das prüft, ob die Karte gültig ist und ob der Betreiber der jeweiligen Station Roaming-Zahlungen von diesem Anbieter überhaupt akzeptiert. Erst wenn diese Prüfung positiv ausfällt, gibt die Station den Ladevorgang frei. Am Ende der Sitzung wird die verbrauchte Energiemenge über dieselbe Roaming-Plattform an den Kartenanbieter gemeldet, der die Rechnung erstellt und abbucht. Die technischen Protokolle, die diesen Austausch ermöglichen, heißen meist OCPI (Open Charge Point Interface) oder OICP (Open InterCharge Protocol) und sind mittlerweile ein europäischer Quasi-Standard, auch wenn nicht jeder Betreiber jedes Protokoll gleich gut unterstützt. Für Nutzer bedeutet das im Alltag: ein einziges Antippen der Karte an der Station genügt, der komplexe Abgleich zwischen Netzwerken passiert vollständig unsichtbar im Hintergrund.

Die wichtigsten Roaming-Netzwerke und -Karten im Überblick

Hubject mit seiner Intercharge-Plattform bildet das größte europäische Hintergrundnetzwerk und wird von vielen anderen Anbietern genutzt, ohne dass man das als Endnutzer bemerkt. Die ADAC e-Charge-Karte greift genau auf dieses Netzwerk zurück und ist auch für Nicht-Mitglieder erhältlich. EnBW mobility+ betreibt zusätzlich ein eigenes, sehr großes Netzwerk an Direktverträgen und ergänzt dieses um Roaming-Partner für Stationen, die EnBW nicht direkt abgedeckt hat. Maingau Autostrom ist bei Vielfahrern beliebt, weil die monatliche Grundgebühr niedrig ausfällt und die Kilowattstundenpreise an vielen Stationen konkurrenzfähig sind. Der Chargemap Pass stammt aus Frankreich, funktioniert aber inzwischen an einem sehr großen Teil der europäischen Ladeinfrastruktur, besonders stark in Frankreich, Belgien, Spanien und Italien. Die Shell Recharge Card wiederum punktet mit einer breiten internationalen Abdeckung, weil Shell nach mehreren Übernahmen Zugriff auf viele unterschiedliche Roaming-Netzwerke gleichzeitig hat. Welche Karte am Ende am besten passt, hängt stark davon ab, in welchen Ländern und Regionen man hauptsächlich unterwegs ist.

Ein Rechenbeispiel: Direktpreis vs. Roaming-Aufschlag

Ein einfaches Rechenbeispiel macht den Unterschied greifbar: Eine Schnellladestation verlangt über die eigene Betreiber-App direkt 0,45 Euro pro Kilowattstunde. Dieselbe Station kostet über eine Roaming-Karte wegen der zusätzlichen Vermittlungsgebühr häufig zwischen 0,55 und 0,65 Euro pro Kilowattstunde. Bei einer typischen Ladung von 50 Kilowattstunden auf einer längeren Fahrt bedeutet das einen Aufschlag von etwa fünf bis zehn Euro gegenüber dem Direktpreis. Wer regelmäßig, etwa zweimal pro Woche, auf eine solche Station angewiesen ist, kommt über ein Jahr gerechnet leicht auf einen dreistelligen Betrag an zusätzlichen Kosten, nur weil die App des jeweiligen Betreibers nicht installiert war. Genau deshalb lohnt es sich, vor einer Fahrt kurz zu prüfen, ob am Zielort eine Betreiber-App verfügbar ist, und die Roaming-Karte bewusst als Rückfalloption für unbekannte oder seltene Stationen zu behandeln, statt sie als Standardzahlungsmittel zu nutzen.

Wann sich eine Roaming-Karte wirklich lohnt

Für bestimmte Nutzergruppen überwiegt der Komfort einer Roaming-Karte den Preisaufschlag deutlich. Vielfahrer im Außendienst, die täglich in wechselnden Regionen unterwegs sind, profitieren davon, nicht für jeden neuen Betreiber eine eigene App installieren und ein Konto anlegen zu müssen. Wer regelmäßig ins Ausland fährt, spart sich zudem den Aufwand, in jedem Land eine andere Landes-App mit eigener Sprache und eigenem Zahlungssystem einzurichten. Auch als reine Rückfalloption ist eine Roaming-Karte sinnvoll: Wenn die bevorzugte App am Standort ausnahmsweise nicht funktioniert oder der Server der Betreiber-App gerade nicht erreichbar ist, rettet eine physische Karte oft die Situation. Für Fahrer, die fast ausschließlich an zwei oder drei immer gleichen Stationen in der eigenen Stadt laden, lohnt sich dagegen meist die direkte Betreiber-App mehr, weil dort in der Regel die günstigsten Preise gelten und keine zusätzliche Vermittlungsgebühr anfällt.

Worauf beim Vergleich der Karten achten

Beim Vergleich verschiedener Roaming-Karten lohnt sich ein Blick auf mehrere Kriterien gleichzeitig. Die monatliche Grundgebühr variiert stark: Manche Karten sind komplett kostenlos, andere verlangen vier bis fünf Euro im Monat, was sich nur bei entsprechend häufiger Nutzung lohnt. Eine Blockiergebühr, die nach einer bestimmten Standzeit an der Ladesäule zusätzlich berechnet wird, sollte ebenfalls bekannt sein, damit man nicht überrascht wird. Wichtig ist außerdem die tatsächliche Netzabdeckung im eigenen Alltagsgebiet und in den Ländern, in die man regelmäßig fährt - eine Karte mit starkem Fokus auf Frankreich hilft wenig, wenn man hauptsächlich in Skandinavien unterwegs ist. Nicht zuletzt lohnt sich ein Blick darauf, ob die Preise vorab transparent in einer App oder Übersicht einsehbar sind, und ob die Abrechnung per Lastschrift, Kreditkarte oder Rechnung erfolgt, da sich das auf die Übersichtlichkeit der eigenen Ladekosten auswirkt.

Wie Elunio dir bei der Roaming-Entscheidung hilft

Elunio zeigt an vielen verzeichneten Ladestationen einen ungefähren Referenzpreis an und ergänzt ihn, wo verfügbar, um einen von der Community gemeldeten tatsächlich gezahlten Preis - eine Unterscheidung zwischen Direktpreis und Roaming-Preis nimmt die App dabei nicht vor. Diese Einschätzung ersetzt zwar nicht die exakte Endabrechnung, die je nach Vertrag und aktueller Tarifstruktur leicht abweichen kann, hilft aber dabei, schon vor der Ankunft grob abzuschätzen, ob sich der Umweg über die App des Betreibers lohnt oder ob die eigene Roaming-Karte in diesem Fall ohnehin die einfachste Option ist. Gerade auf längeren Strecken mit mehreren Ladestopps lässt sich so vorab planen, an welcher Station man welche Zahlungsmethode einsetzt, statt das erst vor Ort spontan zu entscheiden und dabei möglicherweise unnötig viel zu bezahlen. Wer die App zusätzlich mit dem eigenen Auto verknüpft, sieht außerdem sofort, ob die geschätzte Ladezeit und der Gesamtpreis für die konkrete Batteriegröße realistisch sind.

Häufige Probleme mit Roaming-Karten und wie man sie vermeidet

In der Praxis tauchen bei Roaming-Karten immer wieder dieselben Probleme auf. Am häufigsten wird die Karte an der Station schlicht nicht erkannt, was oft an einem beschädigten RFID-Chip oder an einer vorübergehenden Störung im Backend des Betreibers liegt - in diesem Fall hilft es, eine zweite Zahlungsmethode wie eine App oder eine Kreditkarte griffbereit zu haben. Ein weiteres häufiges Ärgernis: Der Ladevorgang startet zwar problemlos, die Endabrechnung erscheint aber erst mehrere Tage später im Kartenkonto, weil die Abrechnungsdaten über mehrere Roaming-Zwischenstationen laufen müssen, bevor sie beim eigentlichen Kartenanbieter ankommen. Das ist normal und kein Grund zur Sorge. Manche neuen Karten werden zudem bei der ersten Nutzung vorübergehend gesperrt, weil eine PIN-Bestätigung oder Aktivierung im Kundenkonto fehlt - ein Blick in die zugehörige App vor der ersten Fahrt erspart hier unangenehme Überraschungen unterwegs.

Ausblick: Wird Ladekarten-Roaming einfacher?

Die EU-Verordnung AFIR (Alternative Fuels Infrastructure Regulation) verpflichtet neu errichtete öffentliche Schnellladestationen ab einer bestimmten Leistungsklasse dazu, eine Ad-hoc-Zahlung per Kredit- oder Debitkarte anzubieten, ganz ohne vorherige Registrierung bei einer App oder einem Kartenanbieter. Über die nächsten Jahre dürfte das dazu führen, dass an immer mehr Stationen einfach die eigene Bankkarte oder das Smartphone per kontaktloser Zahlung ausreicht, während Roaming-Karten und -Apps schrittweise zur Zusatzoption statt zur Notwendigkeit werden. Ganz verschwinden werden Roaming-Netzwerke dadurch aber nicht, weil sie oft weiterhin günstigere Preise als die spontane Ad-hoc-Zahlung bieten und zusätzliche Funktionen wie Ladehistorie, Rechnungsübersicht oder Firmenabrechnung ermöglichen, die eine einfache Kartenzahlung an der Säule nicht leisten kann. Bis dahin bleibt es sinnvoll, sowohl eine Roaming-Karte als auch mindestens eine Betreiber-App auf dem Smartphone bereitzuhalten, um für jede Situation gewappnet zu sein.

Eine praktische Checkliste vor der nächsten längeren Fahrt

Bevor man sich auf eine längere Fahrt durch unbekanntes Gebiet begibt, lohnt sich ein kurzer Blick auf eine Checkliste. Zunächst sollte sichergestellt sein, dass die Roaming-Karte tatsächlich im Auto liegt und nicht zu Hause in einer Schublade vergessen wurde, denn eine Karte, die man an der Ladesäule nicht findet, nützt in diesem Moment nichts. Zweitens sollte geprüft werden, ob das zugehörige Konto über eine gültige Zahlungsmethode verfügt und die Karte bereits aktiviert ist, idealerweise Wochen vor der Fahrt und nicht erst am Abend zuvor. Drittens empfiehlt es sich, mindestens ein oder zwei der gängigsten Betreiber-Apps für die zu bereisende Region zu installieren, da eine direkte App oft günstiger ist als die Roaming-Karte, sofern sie verfügbar ist. Viertens sollte eine alternative Zahlungsmethode wie eine Kreditkarte griffbereit sein, falls sowohl Roaming-Karte als auch alle relevanten Apps im gleichen unglücklichen Moment versagen. Diese kurze Routine dauert nur wenige Minuten, nimmt aber fast den gesamten Stress, der sonst rund um das Laden auf unbekannten Strecken entstehen kann.

Wie sich die Preisunterschiede über ein Jahr summieren

Wer regelmäßig unterwegs ist, spürt die Roaming-Aufschläge nicht nur bei einer einzelnen Ladung, sondern über das ganze Jahr betrachtet. Bei zwei bis drei Roaming-Ladungen pro Woche mit einem durchschnittlichen Aufschlag von etwa acht Euro pro Ladung kommen schnell mehrere hundert Euro im Jahr zusammen, die bei besserer Planung eingespart werden könnten. Genau deshalb lohnt es sich, die eigene Fahrroutine ehrlich zu betrachten: Wer überwiegend an denselben zwei oder drei Standorten lädt, profitiert meist stärker von einer direkten App-Registrierung als von einer Roaming-Karte. Wer dagegen häufig auf wechselnden Strecken unterwegs ist, für den überwiegt der Komfort der Roaming-Karte trotz des Aufschlags, weil die Zeitersparnis und die geringere Fehleranfälligkeit den Mehrpreis rechtfertigen.

Quellen: Hubject GmbH · ADAC e.V. – ADAC e-Charge · Chargemap

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